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Dienstag, 01 Mai 2012 15:57

Punktown Vol.2 - Spiegelbild von Geistern - Hassmaschine

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PunktownDer Künstler Drew verwendet für seine Kunstwerke einen ganz besonderes Material: Klone. Diesen nimmt er mittels Behandlung mit Pharmazeutika den Verstand und verwandelt sie durch fortschrittliche Technik, genetische Manipulation und groberphysikalische Gewalt in lebende Kunstwerke, die er in die Freiheit Punktowns entlässt oder an wohlhabende Kunden, die ihm sein Freund Sol vermittelt, verkauft.

Klappe:
Drei Hörspiel-CDs nach Kurzgeschichten des SciFi-Autors Jeffrey Thomas Erschienen am 24.10.2008 bei Lausch- Phantastische Hörspiele Regie: Günter Merlau

Meinung:
„Video killed the radio star“ attestierten „The Buggles“ schon 1979 und tatsächlich konnte man lange Zeit den Eindruck haben, die goldenen Tage der Hörspiele gehörten schon seit Jahrzehnten der Vergangenheit an.

Mittlerweile wachsen aber Hörbücher aus den Regalen wie Pilze aus dem gut beregneten Herbstboden und auch Hörspiele erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Das Lausch-Label hat sich seit 2006 in dieser Sparte etabliert und offensichtlich mit einigem Erfolg auf das Gebiet der Phantastik konzentriert.
Neben der Punktown-Reihe, die auf den Kurzgeschichten des US-amerikanischen SciFi-Autoren beruht und die in Deutscher Sprache beim FESTA-Verlag erschienen sind, hat Lausch unter anderem Hörspielumsetzungen der Hellboy-Comics und der Drizzt-Romane im Programm.
Alles in allem Grund genug, auch einen Hörspiel und -buch Muffel wie mich („selber lesen macht schlau“) dazu zu bringen, sich mal mit der Thematik zu befassen – vor allem, wenn man vom Chef die CDs zugeschickt bekommt...
CD 1 „Spiegelbild von Geistern“
48:46 min.
Sprecher:
Drew – Gerrit Schmidt-Voß
Sol – Bernd Hölscher
Der Künstler Drew verwendet für seine Kunstwerke einen ganz besonderes Material: Klone. Diesen nimmt er mittels Behandlung mit Pharmazeutika den Verstand und verwandelt sie durch fortschrittliche Technik, genetische Manipulation und groberphysikalische Gewalt in lebende Kunstwerke, die er in die Freiheit Punktowns entlässt oder an wohlhabende Kunden, die ihm sein Freund Sol vermittelt, verkauft.
Da er lediglich mit Klonen seiner selbst arbeitet, ist seine Kunst rechtlich unbedenklich und auch moralisch ist ihm das Schicksal seiner „Werke“ recht egal, solange seine Genialität nicht entweiht wird.
Dies ändert sich, als er nach Auftrag einen Klon erschafft, der seine weibliche Variante darstellt und diesem einen Rest von Verstand belässt.
Nach anfänglich rein sexuellem Interesse entsteht ein Gefühl von emotionaler Verbundenheit, welches ihm den Gedanken, sein Werk bald den Kunden übergeben zu müssen, schwer macht. Erstmals verspürt er ein Gefühl von Verantwortung für das Schicksal seines Klons.
Auch der Klon scheint mit der Zeit so etwas wie Gefühle für seinen Erzeuger zu entwickeln, doch welcher Art diese sind wird sich erst in einer schicksalhaften Nacht zeigen, die nicht nur Drews Existenz gefährden wird, sondern auch sein Denken verändern...
CD 2 „Die Hassmaschine“
40:48 min.
Cardiff: Jürgen Holdorf
Ruth: Elga Schütz
Saundra: Heike Schrötter
Seth: Gerrit Schmidt-Voß
Bell: Günter Merlau
Cardiff hat kein einfaches Leben: sein Job frustriert ihn, seine Chefin ist eine Schreckschraube, der Nahverkehr ist eine Plage und zu hause scheint ihn niemand ernst zu nehmen, während seine Frau die Freundschaft zu einem ihrer Kollegen ein wenig weit treibt.
Alles gute Gründe, um gewisse Wut zu entwickeln.
Die moderne Technik lässt den Menschen jedoch nicht mit seinen Gefühlen allein und bevor der Zorn destruktive Formen annehmen kann, nehmen Hassmaschinen die negativen Energien in sich auf.
Von diesen Maschinen wird Cardiff immer mehr abhängig, bis er nicht nur daheim und im Büro einen solchen Helfer stehen hat, sondern auch im Fahrzeug einen benötigt.
Ein schreckliches Schicksal bringt ihn und die Hassableiter an ihre Grenzen bis es zum Showdown mit seiner nervigen Vorgesetzten kommt.
CD 3 „Sweaty Betty“
- 26:09 min.
Junk: Dietmar Wunder
Raptores: Jan Spitzer
Paisley: Simona Pahl
Jet: Gerrit Schmidt-Voß
Betty: Heike Schrötter
Junk und seine kleine Kampftruppe verdienen sich ihr Auskommen damit, dass sie in einem heruntergekommenen und von Mutanten und anderen vom Schicksal fallen gelassenen Kreaturen bewohnten Viertel für ein Mindestmaß an Ordnung sorgen.
So fällt ihnen dann auch die Aufgabe zu, mit einer Plage von spinnenartigen Mutantenjungen aufzuräumen, die seit neuestem ihr Unwesen treiben und schon einige der Bewohner angefallen haben.
Zu Junks Entsetzen scheint die Plage ihren Ursprung in einem Gebäude zu haben in dem sich „Sweaty Betty“ eine alte Bekannte von ihm einquartiert hat.
Dennoch beginnt nach kurzer Vorbereitung der Angriff auf das Quartier der Mutanten, deren Herkunft nicht nur Junks Verstörung noch steigert.
Doch erst Raptores Schießwut sorgt für eine wahre Katastrophe.
  
Die akustische Umsetzung der Kurzgeschichten von Jeffrey Thomas ist in allen drei Hörspielen hervorragend gelungen.
Die düstere Stimmung der Erzählungen, die sich mit gutem Auge für Details, düsterem Humor und Wortwitz auf drastische und tabulose Weise mit den Abgründen menschlicher Gesellschaft, Moral und Seele befassen, findet sich in den sparsam mit Geräuscheffekten und dezenten Musikfetzen unterlegten Stücken wieder.
Alle drei Erzähler verstehen es, eine nüchternen, ja defätistischen Grundton zu verbreiten, der zum Teil in drastischem Gegensatz zu den Empfindungen des Hörers steht, aber dennoch der Gefühllosigkeit und Kälte der Welt von Punktown angepasst ist, die die Worte des Autors vermitteln.
Von dieser Stimmung und nicht so sehr von der erzeugten Spannung leben die drei Hörspiele und wer sich darauf einlässt, der wird einer Gänsehaut wohl nicht entgehen.
Die Einsätze der weiteren Sprecher wirken teilweise leider etwas abrupt. Auch wenn sie sparsam verwendet und angepasst sind, wirken sie zum Teil ein wenig wie Fremdkörper in der Erzählung – und das gilt nicht nur an Merlaus Falsett-Bell – , zumal der Hörer aufgrund nur kurzer Einsätze keine Gelegenheit hat, sich an sie zu gewöhnen.
Vorherrschend – und das mag der eine oder andere anders kennen, ist die Stimme des Erzählers. Längere Dialoge gibt es hier nicht.
Größter Schwachpunkt – wenn man es denn überhaupt so nennen möchte – ist die Tatsache, dass die Kurzgeschichten von Thomas wohl eindeutig keine Kost sind, die den Geschmack der Massen treffen dürfte.
Mir haben sie, nach anfänglicher leichter Verstörung, sehr gut gefallen. Hiervon wird wohl auch der Gesamteindruck stark abhängig sein, obwohl es meines Erachtens weder an der Qualität der Literaturvorlage noch an der der Umsetzung Zweifel gibt.
Fazit:3
Stimmungsvolle und hochwertige Hörspielumsetzung der düsteren ScienceFiction Kurzgeschichten aus Punktown von Jeffrey Thomas, jedoch schwere Kost – nicht so sehr aufgrund sprachlicher Komplexität, sondern aufgrund des tiefen Blicks in menschliche und gesellschaftliche Abgründe
 

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Gelesen 6355 mal Letzte Änderung am Dienstag, 15 Mai 2012 16:35

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