Honey’s Trainingstagebuch – Die Abenteuer unserer Mustangstute

Honey’s Trainingstagebuch – Die Abenteuer unserer Mustangstute

UPDATE 31.07.20 12 Min.

In diesem Artikel findest du alle Trainings-Updates von unserem Patenmustang „Helden’s Honey“. Hier halten wir euch jede Woche auf dem Laufenden, was Honey und ihre Trainerin Ani Jentsch alles erleben.

Auch wenn die derzeitigen Umstände ein paar Veränderungen mit sich bringen, freuen wir uns umso mehr, dass wir auch in diesem Jahr als Premium Partner des Mustang Makeover Germany 2020 dabei sind. Wir sind nicht nur Honey’s Paten, sondern versichern auch alle Eventmustangs mit unserem Premium Pferdehaftpflichtschutz.

Einmal pro Woche wird dieser Artikel um ein neues Update mit Einblicken in Honey’s Training, ihren Erlebnissen, Abenteuern, neuen Freunden und Fortschritten, erweitert. Viel Spaß beim Lesen!

1. Update

So begann unser Abenteuer…

Ani: Lange hat es gedauert bis ich wusste, ob ich beim Mustang Makeover als Trainerin dabei bin oder nicht. Ich hatte es mir so gewünscht aber fast nicht damit gerechnet. Ende Oktober bekam ich mein 2. künstliches Hüftgelenk und konnte so keine für mich „perfekte” Bewerbung abliefern. Mitte Dezember kam dann der Anruf von der lieben Lena: DU BIST DABEI! Nach zwei, drei Schnaps war der positive Schock verdaut 😉

Am 30.05. war es dann endlich soweit. Wir haben uns auf den Weg nach Belgien gemacht, um endlich einen Tag später meinen Eventmustang TAG 4930 zu verladen und in das vorübergehende Zuhause zu bringen, in meinen Stall. Wie habe ich diesen Tag herbeigesehnt!
Bei Ankunft am Flughafen bekam ich Herzrasen und feuchte Hände. Ich war wirklich sehr nervös, denn so einen wilden Mustang transportiert man nicht jeden Tag. Der Empfang vom MMO Team und den anderen Trainern war sehr herzlich und das Verladen der Pferde völlig ruhig und routiniert. Wer sich das Verladen spektakulär vorstellt, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen 😉

Bevor wir unseren Anhänger rückwärts vor das Stallgebäude fahren durften, waren einige andere Trainer an der Reihe. Aber dann, dieser Moment, als ich meine Stute das erste Mal live und in Farbe gesehen habe… Ich heule jetzt schon wieder… Ein unglaubliches Gefühl!
Wir konnten TAG 4930 dank einer Kamera die ganze Fahrt über beobachten. Sie stand absolut ruhig auf dem Anhänger und hat ihr Heu gefressen. Einfach unfassbar wie gechillt so ein Mustang ist.

Zuhause angekommen haben wir den Anhänger rückwärts in den Roundpen gefahren. Ich bin gaaanz langsam vorne in den Anhänger geklettert, um den Strick zu lösen (ratet mal kurz, wie hoch mein Puls war). Dann hat Marco ganz vorsichtig die Klappe runter gelassen. Ein paar Momente hat es gedauert, bis TAG 4930 ausgestiegen ist und durch den Roundpen trabte (ratet kurz, wie viele Herzchen in meinen Augen waren). Sie hat sich kurz orientiert, gewälzt und direkt gefressen.

Sie hat sich kurz orientiert, gewälzt und direkt gefressen.

Tjaa…und wie ihr alle mitbekommen habt, ist aus dem vorübergehenden Zuhause ein FÜR IMMER Zuhause geworden. Diese wunderschöne Stute mit ihrem wunderschönen Charakter bleibt bei mir, denn wir haben sie gekauft.

2. Update

Helden’s Honey durfte sich die erste Woche im neuen Zuhause ausgiebig ausruhen und erstmal nur einleben. Sie hat viel geschlafen und gefressen, die anstrengende Reise war ihr ins Gesicht geschrieben.

Ich saß so oft es ging am oder im Roundpen, habe meinen Kaffee getrunken, Honey beobachtet und war einfach nur anwesend. Ihre Neugier wuchs von Tag zu Tag und sie kam mir immer näher. Den First Touch hatte eigentlich mein Fuß 😀 welchen ich auf den Sprossen der Panels abgelegt hatte.

Nach der ersten Woche habe ich dann angefangen sie leicht zu trainieren. Der Fokus lag darauf ihr das Halfter runter zu machen, denn Helden’s Honey bekam langsam Scheuerstellen. Ich begann also mit Annähern und Rückzug, habe sie immer wieder eingeladen mir zu folgen und einfach nur neben mir zu stehen. Dies hat sie wirklich schnell verstanden. Darauf folgte die Gewöhnung an meine Hand, das Anfassen an ihrem Hals bis hoch zum Kopf. Auch das hat sie ziemlich schnell verstanden und hat es geduldet, zwar noch nicht so entspannt wie ich es mir gewünscht hätte, aber vielleicht wäre das nach einer Woche auch zu viel verlangt.

Dann war es soweit: Ich kam endlich an die Schnalle vom Halfter, durfte ohne Fluchtversuche daran rum zuppeln und das Halfter öffnen. Leider hat sich Honey vor dem langsam runter rutschendem Halfter erschrocken und ist weggesprungen. Das hat dem Vertrauen in meine Person sehr geschadet, denn sie liess sich nicht mehr anfassen und wollte mir auch nicht mehr folgen.

Und dann stand ich da, mit einem wilden Mustang ohne Halfter und der großen Frage: bekomme ich es jemals wieder drauf???

Das war also die Arbeit der nächsten Woche, Vertrauensaufbau und das Desensibilisieren mit dem Halfter an Hals, Genick und Kopf……. Ich beendete diese Wochenaufgabe mit einem Happy End, denn das Mustang Mädchen hatte endlich wieder ein Halfter auf, sie folgte mir und war wieder gerne an meiner Seite. Danach begann ich mit einfachen Führübungen am Arbeitsseil und dem Lösen und Einhaken des Seils vom bzw. ins Halfter. Gerade das sichere Führen war mir so wichtig, denn ich wollte Helden´s Honey schnell die Welt ausserhalb des Rounpens zeigen, vor allem die Weide mit potenziellen Kumpels. Bevor sie aber frei auf der Weide laufen darf, muss sie zuvor (leider) den Stromzaun kennenlernen und sich natürlich brav an den Strick nehmen lassen. Und dann steht ja auch noch das sichere Hufe geben und die Hufbearbeitung auf dem Plan.

Apropos Plan….. Ich wurde häufiger nach meinem Ausbildungsplan bis Oktober gefragt, oder ob ich mich vorbereitet habe. Ich kann Euch sagen, dass mein Plan war und immer sein wird, meinem Pferd so gut wie möglich zuzuhören, es zu fördern ohne es zu überfordern und ihm zu sagen, dass es mir vertrauen kann. Das Tempo bestimme nicht ich, sondern mein Pferd! Ich glaube es ist besser ohne eine Erwartungshaltung in die Ausbildung zu gehen, sich frei vom Erfolgsdruck zu machen und intuitiv mit dem Pferd zu arbeiten. So klappt es bei Honey und mir am besten!

Das Tempo bestimme nicht ich, sondern mein Pferd!

3. Update

Puuuuuuh……

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! In der Zwischenzeit ist wirklich viel passiert. Helden’s Honey läuft mittlerweile gelassen an der Longe. Der Weg dahin war nicht ganz so kompliziert. Sie hat vorher gelernt, über die Schulter zu weichen, sodass ich sie von mir wegschicken konnte. Auch hat sie schnell verstanden, wenn ich mit der Bodenarbeitsgerte Richtung Hinterbein zeige, dass sie vorwärts laufen soll.

Die Basis war also geschaffen. Der Fokus lag allerdings, nach meinem letzten Update, auf der Hufbearbeitung

Hufe geben, Hufe auskratzen, Bein nach vorne strecken und den Huf auf den Hufbock stellen. Auch das alles hat Honey ganz schnell verstanden. Unsere größte Herausforderung war aber eine andere Person an ihre Hufe zu lassen. Den „Hufschmied-Dummy” hat dann mein Mann gespielt. 😉 Sie war sehr skeptisch und angespannt, dennoch konnte eine für sie fremde Person das Erlernte abfragen und der Termin mit dem Hufschmied war ein Kinderspiel.

Natürlich möchte ich Helden’s Honey in Aachen unterm Sattel und geritten vorstellen, aber es ist mir auch sehr wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, dass sie in Situationen wie eben beim Hufebearbeiten oder im Notfall beim Tierarzt souverän händelbar ist. Daher steht die DESENSIBILISIERUNG absolut im Vordergrund. Um genau das zu erreichen, trainiere ich täglich 2 mal mit Honey. Mal 15 Minuten, mal 20 Minuten und wenn sie etwas schnell versteht, dann auch mal nur 10 Minuten. Ich trainiere nach keiner bestimmten Methode. Ich trainiere so, dass sie nicht gestresst oder überfordert ist, denn dann lernt sie nicht. Gelassenheit ist in jeder Trainingseinheit das Thema und das Ziel! Und Gelassenheit ist für Helden’s Honey nicht immer ganz so leicht… Bevor wir neue Themen wie z.B. Seitengänge erarbeiten, fangen wir immer wieder an der Basis an, wie z.B. Führübungen. Das gibt ihr die nötige Sicherheit und aus dieser Sicherheit entsteht das Vertrauen in meine Person. Daher war das erste Folgen und Weichen auf die Bodenarbeitsgerte in Form von Seitengängen von mir weg und auf mich zu schnell erarbeitet!

4. Update

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ist Helden’s Honey verletzt. Sie hat eine blöde Wunde in der Fesselbeuge, welche immer wieder aufgerissen ist. Seitdem das Bein unter Verband ist, heilt die Wunde langsam ab. Leider hat es länger gedauert, bis ich sicher an Honeys Hinterbein kam und die Wunde mit unseren Tierärztinnen vernünftig reinigen und verbinden konnte. Sie hat die Behandlung wirklich super brav über sich ergehen lassen. Natürlich hat sie sich hin und wieder umgesehen und auch mal ihr Bein weggezogen, aber das muss man Honey bei einer schmerzenden Wunde zugestehen. Die Tierärztinnen waren sehr geduldig mit ihr und haben sich wirklich die nötige Zeit genommen, die Honey brauchte. Vielen Dank an Maria und Vroni, ihr seid einfach toll!

Die Vorbereitung auf das Anlegen eines Verbandes war gar nicht so leicht. Honey hatte gerade erst gelernt, das Hinterbein zur Hufbearbeitung hoch zu nehmen. Und nun musste ich ihr erklären, bei Berührungen das Bein stehen zu lassen. Es hat einen Moment gedauert, bis sie das verstanden hatte. Der Rest war dann völlig unspektakulär.

Sie bekommt ausreichend Streicheleinheiten, Wellness und natürlich auch mal ’ne Möhre

Nun wechseln wir in regelmäßigen Abständen den Verband, bis die Wunde verheilt ist. Bis dahin habe ich mich entschieden, Honey nicht weiter zu trainieren. Ich möchte den Heilungsprozess durch unkontrollierte Bewegungen (Fluchtverhalten) nicht gefährden. Wir gehen an der Hand grasen und spazieren, verbringen einfach Zeit miteinander.

Diese Situation hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, unsere Pferde überall anfassen zu können, ohne dass wir uns in Gefahr bringen. Jeder Pferdebesitzer sollte immer mal wieder ein Medical Training einbauen. Ich habe Honey zuerst mit einem Stick am ganzen Körper abgestrichen, Hals, Brust, Vorderbeine, unterm Bauch, an und zwischen den Hinterbeinen. Als sie dies entspannt über sich ergehen lassen hat, habe ich ein Handtuch ans Ende des Stricks geknotet und die Übung wiederholt. Als auch hier keinerlei Abwehrreaktionen von Honey kamen und sie entspannt blieb, habe ich mich näher an sie ran gewagt und mit meinen Händen die Hinterhand abgestrichen. Dann habe ich diese Übung mit diversen anderen Dingen in der Hand wiederholt. Danach habe ich diese Übungen von Pferdemenschen wiederholen lassen, die Honey noch nicht kannte. So konnte ich sicherstellen, dass wir zum einen die Hufe in Ruhe bearbeiten und zum anderen ihre Wunde versorgen konnten.

Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die Wunde schnell heilt und Helden’s Honey wieder rumtoben kann!

5. Update

Honey hat nach wie vor einen Krankenschein.

Außer Wellness und chillen steht nichts auf dem Tagesplan. Wir wechseln alle 3 Tage den Verband, um die Wunde zu säubern und zu kontrollieren. Manchmal glaube ich, sie genießt die „extra Portion Aufmerksamkeit” und vor allem die Leckereien, welche sie bekommt. Am meisten liebt Honey Möhren und das ständig Heu zur freien Verfügung bereitsteht. Was Helden’s Honey noch etwas schwerfällt, sind fremde Menschen. Diese beäugt sie sehr skeptisch, während ihre Kumpels hingegen den Fremden freundlich begrüßen. Daher ist es mir auch in dieser Zeit, in der wir nicht trainieren, sehr wichtig, dass sie auf viele ihr fremde Menschen trifft. Wir hatten also sehr häufig Besuch.

Diese beäugt sie sehr skeptisch, während ihre Kumpels hingegen den Fremden freundlich begrüßen.

Was so typisch „Hannelörchen” (Honey) ist?! Sie möchte unbedingt gefallen und alles richtig machen. Hat sie meine Fragen mit der richtigen Lösung beantwortet, ist das größte Lob für Honey Ruhe…. Jaaa erwischt, auch hin und wieder mal ein Stück Möhre *pssst*.

6. Update

Hallo liebe Helden und Mustang Fans!

Honey geht es gut und sie genießt, zusammen mit ihren Ponys, die letzten Sonnenstrahlen vor dem Herbst. Und außer Physiotherapie, fressen und chillen macht Helden’s Honey zurzeit tatsächlich nichts.

Durch die lange Verletzungspause sind wir ganz schön in einen Trainingsrückstand geraten, den wir bis heute nicht aufholen konnten.

Daher haben wir, das Mustang Makeover Team und Ani, uns PRO PFERD entschieden, dass Honey nicht mit nach Aachen fährt. Die Atmosphäre, die vielen Menschen, der Applaus und die fremde Umgebung wären ohne Vorbereitung und Training einfach Stress für Hannelörchen. 
Wir werden hier zu Hause natürlich weiter an unserer Beziehung arbeiten und das gegenseitige Vertrauen stärken, aber ansonsten darf sie erstmal „nur“ Pferd sein und weiter in der neuen Welt ankommen. 
Ich hoffe, Ihr könnt diese Entscheidung nachvollziehen!

Liebe Grüße und bis zum nächsten Update

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