Reisen mit dem Van – 5 Tipps für dein erstes Abenteuer

Eine komplett neue Erfahrung: das Leben im Campervan. Für viele eine der Schönsten, die sie beim Reisen gemacht haben. Es gibt Destinationen, die lassen sich einfach am besten mit dem Camper erkunden. Gerade dann, wenn du unterschiedliche Orte oder sogar das ganze Land sehen möchtest. In Neuseeland und Australien trifft eins auf jeden Fall zu: “Der Weg ist das Ziel. ”. Die Natur ist unbeschreiblich und zum Greifen nah, du kannst jederzeit Stops einlegen. Es ist das maximale Freiheitsgefühl sein Zuhause immer dabei zu haben. Du bist mittendrin im Abenteuer und wirst bestimmt noch die ein oder andere neue Seite an dir entdecken. In der Natur einzuschlafen, dort aufzuwachen – verändert dich, die Ruhe und das minimalistische Leben lässt dich aus dem Alltag ausbrechen. Du kannst spontan entscheiden, wie weit du jeden Tag fahren möchtest, wo es dich hinzieht und wie lange du bleiben möchtest.

Du planst gerade deinen ersten Urlaub mit dem Van? Ich möchte meine Erfahrungen mit dir teilen, damit du dein Abenteuer in vollen Zügen genießen kannst.

Meine 5 Tipps für ein entspanntes Vanlife-Abenteuer:

  1. Die Van Auswahl
    Deinen Camper solltest du rechtzeitig buchen, am besten 2-3 Monate vorher. Je nach Saison sogar noch etwas früher. Vergleiche die Konditionen und achte darauf, dass es keine oder nur eine geringe Selbstbeteiligung gibt. Die Kilometeranzahl, die du fahren darfst, sollte unbegrenzt und sofern du nicht allein reist, auch ein zweiter Fahrer erlaubt sein. Es gibt unterschiedliche Ausstattungen. Hierbei ist es wichtig, darauf zu achten, ob bspw. Campingtisch und Stühle schon mit an Bord sind. Eine Standheizung kann bei lauen Nächten absolute Glücksgefühle vermitteln.
  2. Der Routenplaner Check
    Enthält deine Route etwa kostenpflichtige Mautstraßen? Das ist schnell gegoogelt und manchmal liegen dazu Informationen vom Vermieter im Camper. Die Preise sind vom Fahrzeug abhängig. In Australien werden die Fahrzeuge auf den sogenannten Toll Roads registriert, es gibt also kein Entkommen. Daher lieber direkt bezahlen, anstatt hinterher doppelt zur Kasse gebeten zu werden. Es ist nicht teuer und kann online bezahlt werden – das sogar noch bis zu 72 Stunden später.
  3. Der richtige Campingplatz
    Wo findest du die schönsten Plätze und Camper Hotspots?
    Neben Google gibt es mittlerweile viele Apps, die dich mit sämtlichen Informationen rund um mögliche Campingplätze füttern. Ich habe mir die App „CamperMate“ heruntergeladen (für Australien und Neuseeland). Darin findest du alles, was du brauchst. Sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Campingplätze, die nächste Tankstelle, öffentliche Toiletten, eine Dumpstation in der Nähe und Supermärkte. Denk unbedingt daran, dass du nach ein paar Tagen Wildcampen einen Campingplatz aufsuchst.
    So kommst du zu Strom und neuem Frischwasser. Ansonsten macht der Kühlschrank schlapp und mit dem Abwasch sieht es dann schlecht aus.
  4. Die Verschnaufpausen
    Mit dem Camper fahren, bedeutet oft lange Strecken zurückzulegen. Gerade in Neuseeland oder Australien habe ich so einige Kilometer auf der Straße verbracht bis zum nächsten Stop. Wenn du einen Travelbuddy an deiner Seite hast, tauscht regelmäßig Fahrer- und Beifahrersitz. Bist du alleine unterwegs, lege lieber ab und an einen Power Nap ein, anstatt die Müdigkeit zu unterschätzen. In Australien zeigen dir Straßenschilder, wo die nächsten Nap Area ist. Nutze sie, anstatt dich und andere zu gefährden.
    Zudem herrscht Linksverkehr, das kann selbst mit einem Auto gerade am Anfang sehr verwirrend sein und fordert doppelte Konzentration. Ein Camper, der um einiges größer ist, kann beim ersten Mal für Nervosität sorgen. Drehe zu Beginn eine Proberunde, um ein Gefühl für das große Gefährt zu entwickeln, bevor du dich gleich auf den Freeway stürzt.
  5. Die Sicherheit
    Bevor du dich auf den Weg machst, prüfe das alles im Camper an seinem Platz gesichert ist, damit es dir nicht um die Ohren fliegt. Ansonsten passiert es schnell, dass während der Fahrt etwas über den Boden rutscht und für ein kleines Konzert sorgt. Glaube mir, da wirst auch du dich im ersten Moment erschrecken. Die Schubladen melden sich ebenfalls gerne zu Wort, wenn die Knöpfe nicht richtig reingedrückt sind. Die Vorhänge solltest du sicher wegstecken, damit sie nicht in der Kurve auf einmal die Heckscheibe verdecken.
    Überprüfe, ob alle Fenster, der Tankdeckel und der Frischwassertank geschlossen sind, dann wird auch nichts während der Fahrt klappern. Klingt alles total logisch oder ? Es zu vergessen passiert schneller, als du denkst. Aber hey “Shit Happens” …

Nach über fünf Wochen im Camper ist es mir wirklich schwergefallen, ihn abzugeben und mich wieder auf das Stadtleben mit anderen Unterkünften einzulassen.
Ich habe verwundert festgestellt, dass ich nach der Van Zeit meine Umgebung als viel lauter und stressiger empfinde. Ich habe Ruhe neu schätzen und lieben gelernt.
Verrückt, wie sich die Wahrnehmung ändert, obwohl ich sonst super gern in Städten bin.
Aber keine Angst – nach ein, zwei Tagen stellst auch du dich wieder auf das bunte Leben um dich herum ein. Am ersten Tag hätte ich mich am liebsten mit einem Schnipp zurück in meinen Campingstuhl mit löslichem Kaffee gebeamt. Das lag nicht zuletzt an der wirklich liebenswerten Camper Community.

Ich habe schnell viele interessante Menschen kennengelernt, die ihre Elternzeit auf Reisen verbringen oder ihren Ruhestand in einem umgebauten Truck als Dauerreisende genießen.
Egal wen du triffst, gegenseitige Hilfe wird großgeschrieben, wenn es darum geht die Restbestände des Kühlschrankes zu verschenken, bevor man abreist oder jemand Hilfe im Campingalltag benötigt. Wenn die Gasflasche beim ersten Mal kochen nicht so wollte, wie ich oder wenn an der Dumpstation Probleme mit dem Abwasser herrschten, waren die Nachbarn jederzeit da.

Weißt du, was sich nach ein paar Tagen richtig gut anfühlt?
Wenn du selbst dort steht und anderen weiterhelfen kann. Dann fühlst du dich so richtig angekommen im Vanlife. Probier es aus, es wird sicherlich eine spannende und abenteuerliche Erfahrung für dich werden.