Wild Blazin Hero – Das Trainingstagebuch

Wild Blazin Hero
Das Trainingstagebuch

28.05.213 Min.

In diesem Artikel findest du alle Trainings-Updates von unserem Patenmustang „Wild Blazin Hero“. Hier halten wir euch jede Woche auf dem Laufenden, was Blaze und ihre Trainerin Vanessa Egger alles erleben.

Wir freuen wir uns zum vierten Mal Teil des Mustang Makeovers Germany zu sein! Wir sind nicht nur Blaze’s Paten, sondern versichern auch alle Eventmustangs mit unserem Premium Pferdehaftpflichtschutz.

Drittes Update

Nachdem Blaze Anfang der Woche (KW23) eine osteopathische Behandlung bekommen hat, können wir nun voll durchstarten. Er hatte einige Baustellen und Blockaden, die wir erfolgreich behandeln konnten. Nun muss er lernen, mit dem neuen Körpergefühl zurechtzukommen und sein Gangbild wieder zu normalisieren und Gleichgewicht zu finden. Aufgrund der Blockaden, die jetzt gelöst wurden (eine Nachbehandlung steht noch an), war sein größtes Problem das Heben der Hinterhufe.

Da wir aufgrund dessen vor der Behandlung nur bedingt longieren oder Ähnliches konnten, haben wir vermehrt an Trail Hindernissen gearbeitet, mit der Freiarbeit angefangen und er durfte vor ca. einer Woche auch komplett mit meiner ganzen Truppe zusammen auf die Wiese. Ich glaube, dass gefällt ihm ganz gut, genauso wie die Tatsache, dass er einfach rund um die Uhr Gras zur freien Verfügung hat und so viel fressen kann, wie er möchte.

Was muss er sonst noch lernen? Wichtig ist mir, dass er einfach verkehrssicher ist. Ich muss in meiner Gegend häufiger über Straßen oder durch Ortschaften und da ist das ein absolutes MUSS! Ansonsten schauen wir tatsächlich einfach, was er anbietet, was ihm Spaß macht und was ihm liegt. Das wird die Zeit jetzt zeigen.

Wir „trainieren“, wenn man es so nennen kann, täglich. Denn für ihn sind gewisse Alltagssachen ja immer noch neu und daher hat er da eigentlich jeden Tag Dinge, die neu für ihn sind oder die er noch festigen muss. Psychisches Training (Kopfarbeit) ist manchmal mehr als physisches und wird nur sehr oft mehr unterschätzt. Ich versuche die Einheiten daher immer so zu halten, dass er nicht überfordert wird. Meist nicht länger als 30 Minuten. Das zeigt er mir aber immer sehr schön an, wie viel ich an dem jeweiligen Tag von ihm verlangen kann.

Mein persönliches Ziel bzw. Wunsch ist, dass er mir „blind“ vertraut und wir einfach gemeinsam Spaß haben. Ganz dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, schauen wir einfach, wo dieser uns hinführt, ob der Weg gerade verläuft oder wir die ein oder andere Abzweigung mitnehmen. Ich möchte einfach einen Partner an meiner Seite haben, auf den ich mich verlassen kann und der gerne mit mir mitarbeitet.

Zweites Update

Ankunft im neuen Zuhause und das hieß für TAG 5714 erst mal eins: Futtern!

Blaze durfte in Ruhe ankommen, dennoch habe ich viel Zeit bei ihm verbracht, ihn beobachtet und immer wieder seine Nähe gesucht. Er war neugierig, aber dennoch eher skeptisch dem Menschen gegenüber. In den ersten Tagen hat er sich oft in seine Ecke zurückgezogen und einen einfach nur angeschaut. Die Ecke hat ihm scheinbar eine gewisse Sicherheit gegeben, denn dort stand er die ersten Tage sehr oft – gerade dann, wenn man sich der Box genähert hat. 

Den Strick habe ich die erste Zeit über bewusst nicht gelöst, da er Blaze überhaupt nicht gestört hat und ich keine Kanten oder sonstiges hatte, wo er sich hätte festhängen können. Hier habe ich kein Risiko gesehen und wollte eine Lösung haben, um ihn für den Fall der Fälle von A nach B bringen zu können. 

Blaze hat relativ schnell Heu aus der Hand gefressen und sich dem Menschen gegenüber langsam genähert – Schritt für Schritt. Beim Versuch ihn anzufassen, ist er aber immer wieder in seine Ecke zurückgekehrt. Dort war das Anfassen am Kopf dann für ihn okay und er hat es geduldet. Über Annäherung und Rückzug haben wir uns dann nach und nach über den Kopf bis an den Hals vorgearbeitet. Durch den Strick konnte ich Blaze immer wieder vorsichtig aus seiner Ecke herausführen und ihm zeigen, dass von dem Menschen – auch an einem anderen Ort – keine Gefahr ausgeht und er keine Angst haben muss. Das hat er relativ schnell verstanden und hat die Berührungen auch außerhalb der Ecke geduldet. Von Entspannung konnte man in diesem Moment jedoch noch nicht reden. Das war deutlich an seiner Unterlippe zu erkennen, welche meistens eher angespannt war und nicht – wie im Normalfall üblich – locker herunter hing. Nach und nach habe ich mich mit viel Ruhe und Geduld an seinem Körper vorgetastet und aufmerksam beobachtet, was er zulässt und an welchen Stellen er Probleme mit Berührung hat. Seine Vorderhufe waren sehr lang und daher war klar, dass wir da schnellstmöglich dran müssen.

Blaze stand zwar mit Panels abgetrennt zu meiner Truppe, war aber dennoch in direktem Kontakt und demnach durfte er auch relativ schnell stundenweise mit dem ein oder anderen Zeit auf dem Paddock verbringen. Ich würde behaupten, Blaze war nie ranghoch. Er war meinen Pferden gegenüber sehr freundlich, aber auch hier eher zurückhaltend. Mein Spanier war der Erste, den er kennenlernen durfte, weil dieser immer sehr freundlich zu anderen Pferden ist, daher war die Zusammenführung sehr unkompliziert. Nach und nach durften dann auch die anderen Pferde Blaze kennen lernen. Ich habe schnell festgestellt, mit wem es passt und wo ich noch warten muss, bis wir mehr Platz für die Zusammenführung haben. Daher ist es im Endeffekt erst mal bei zwei Pferden geblieben, mit denen er immer wieder Zeit zusammen verbringen durfte.

Die Frage, ob ich mir einen Plan für die Zeit bis Aachen gemacht habe und was er auf jeden Fall bis dahin können muss, wurde mir sehr oft gestellt. Darauf gibt es ein ganz klares „nein“!
Nicht ich bestimme das Tempo bei der Ausbildung, sondern mein Pferd. Natürlich gibt es gewisse Dinge wie z.B das Hufe geben, die er schnell lernen sollte. Aber auch hier war die Devise: Es Dauert so lange, wie es eben dauert! Es bringt mir nichts, wenn ich mein Pferd überfordere und uns beiden damit unnötigem Stress aussetze oder versuche, Erwartungen von anderen zu erfüllen. Wir schauen einfach, was geht und entscheiden dann, wie schnell oder wie langsam wir vorankommen getreu dem Motto: „Alles kann, nichts muss.“

Ich freue mich einfach auf alles, was da vor uns liegt und auf die gemeinsame Reise, die ja zum Glück auch nach Aachen für uns nicht endet. 

Erstes Update

Seit Mitte / Ende Februar wusste ich, dass ich beim diesjährigen MMO als Trainer dabei bin. Am 02.05.2021 war es dann endlich soweit und wir konnten die Mustangs abholen. Erst dachte ich, die Zeit würde sich bis dahin ziehen, aber im Endeffekt ist sie verflogen wie nix. Der Alltag geht ja normal weiter und die ein oder andere Vorbereitung musste auch noch getroffen werden. Die Vorfreude war aber riesig!

Die Übergabe der Mustangs fand dann am Flughafen in Frankfurt statt. Durch Corona hatten wir Trainer verschiedene Zeitslots, an denen wir am Flughafen sein sollten. Vor Ort mussten wir kurz noch den Papierkram erledigen, aber auch Small Talk mit dem ein oder anderen, der zu dem Zeitpunkt noch vor Ort war, durfte nicht fehlen. Weiter ging es mit dem Einparken des Anhängers zum Verladen. Daraufhin wurde Wild Blazin Hero in den Anhänger gebracht und wir konnten uns kurz kennenlernen.

Als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, war ich direkt verliebt in den kleinen Mann. Er hat eine wahnsinnige Ausstrahlung und war in natura noch so viel schöner als auf den Fotos.

Nach dem ersten Kennenlernen traten wir direkt die Heimreise an, die ohne Probleme verlief. Er stand wie ne eins auf dem Anhänger und man hat ihn nicht gemerkt.

Angekommen im neuen Zuhause hat er sich direkt wohlgefühlt. Da waren andere Pferde und es gab gaaaaaanz viel Futter. Für mich war der Moment noch eher unwirklich und ich habe kurz gebraucht, um zu realisieren, dass er jetzt wirklich da ist!

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