Eindecken oder ausdecken – Wann friert mein Pferd?

Ganz Deutschland hat sich gerade in ein Winterwonderland verwandelt und die Temperaturen fallen nachts auch unter minus 10 Grad. Viele Pferdebesitzer stellen sich täglich die Frage: Eindecken oder nicht eindecken und vor allem wie viel Gramm? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn sie hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Ist das Pferd geschoren?
Steht das Pferd in einem Offenstall?
Steht das Pferd in einer Stallung mit anderen Pferden?
Ist das Pferd im optimalen Gesundheitszustand?
Hat das Pferd genügend Fell geschoben?
Ist das Pferd sehr schlank?
Hat das Pferd Zugriff zu genügend Raufutter?

 

Beim Eindecken nicht „menschlich“ entscheiden

Man sollte beim Eindecken niemals nach dem eigenem Kältegefühl entscheiden. Also ist einem selbst kalt, bedeutet das nicht, dass eurem Pferd auch kalt ist. Pferde kommen mit Kälte extrem gut zurecht. Der Komfortbereich liegt zwischen -15 und + 25°C  indem der Stoffwechsel am besten läuft. Zwischen 5 und 15°C fühlen sich Pferde am wohlsten.  Die Thermoregulation setzt ab -15°C ein. Sie erhöht sich pro weiteres Minusgrad. Um sich die Sketlettmuskeln warmzuzittern, verbrauchen Pferde 4/5 ihrer Stoffwechselenergie. Sprich, die Pferde sollten mehr Raufutter bei solchen Temperaturen bekommen. Pferde mit Fettpölsterchen sind im Vorteil, denn Pferde mit dickerer Unterhautschicht haben mehr Fettreserve für die Thermoregulation als dünnere Pferde. Schlanke Pferde mit längeren Beinen sind gegenüber kompakten Rassen im Nachteil, da ihre größere Körperoberfläche mehr Wärme abstrahlt.

Wann muss ich mein Pferd eindecken wenn es nicht geschoren ist?

Wenn das Pferd im optimalen Gesundheitszustand ist, muss es eigentlich bis -15 Grad gar nicht eingedeckt werden, allerdings sollte man hier im Einzelfall genau hinschauen. Ein Pferd, das friert aufgrund seines Körperbaus, braucht erst ein mal mehr Raufutter. Zusätzlich kann man sich dann für eine dünne Decke entscheiden. Da in Deutschland die Temperaturen aber selten unter -15 Grad  fallen, ist es für den Stoffwechsel des Pferdes gesünder, es nicht einzudecken, sondern genügend Raufutter zur Verfügung stellen.

Wann muss ich mein Pferd eindecken, wenn es geschoren ist?

Nun das ist die heikelste Frage von allen, denn wenn der natürliche Kälteschutz genommen wurde, ist es sehr schwer die richtige Decke auszuwählen. Hier spielen wieder Körpermaße und Gesundheitszustand eine große Rolle. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, sollte man regelmäßig unter die Decke fassen – am besten am frühen Morgen. Ist das Pferd zu warm unter der Decke, sollte man auf jeden Fall eine dünnere Decke verwenden. Tendenziell kann ein Pferd die Temperaturen selbst regulieren. Eine zu dicke Decke kann den Stoffwechsel massiv stören. Achtet während der Deckenzeit auf das Fell: Wenn die Decke „zu“ warm war, verlieren die Pferde häufig viel Fell beim Putzen.

 Führt ein Tagebuch für eure Pferde

Es kann helfen jeden morgen unter die Decke zu fassen, um zu prüfen, ob das Pferd unter der Decke eine normale Temperatur hat. Dann kann man dazu immer die Temperatur aufschreiben, welche es in jener Nacht gegeben hat. So bekommt man einen Überblick, welche Decke bei welchen Temperaturen und Witterungsbedingungen gut ist.