Hufpflege für einen Mustang – Ein Interview mit Nicole Klostermann

Hufpflege für einen Mustang –
Ein Interview mit
Nicole Klostermann

08.10.204 Min.

Nicole Klostermann ist Hufbearbeiterin aus Leidenschaft. Vor 1,5 Jahren hing sie ihren damaligen Beruf an den Nagel, um sich als Hufbearbeiterin selbstständig zu machen.
Ihr Mut zahlte sich aus. Heute ist sie in ihrem Bereich sehr gefragt. Als Teil des Sponsoren Teams, unseres Patenmustang Helden’s Honey, hat sie es sich nicht nehmen lassen, Honey und ihre Trainerin Ani auf ihrem Weg in Sachen Hufbearbeitung zu unterstützen. Alles über Nicoles Werdegang und spannende Fragen rund um das Thema Hufbearbeitung verrät sie uns in diesem Interview.

Wie bist Du dazu gekommen einen für eine Frau doch sehr ungewöhnlichen Job auszuüben?
Da hier im Landkreis absoluter Mangel an Hufbearbearbeitern war, habe ich nach langen Überlegungen meinen Job hingeschmissen und eine Ausbildung zur Hufpflegerin gemacht.
Jeder kennt es, die meisten Schmiede sind unpünktlich und unzuverlässig und hegen nicht den besten Umgang mit den Pferden. Ich wollte es besser machen und ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen.

Was genau unterscheidet eine Hufbearbeiterin von einem Hufschmied?
Ein Hufbearbeiter kümmert sich ausschließlich um die Barhufbearbeitung, Korrektur, das Schneiden, Raspeln und Fehlstellungen wieder zu richten. Rundum geht es darum dem Pferd ein gutes Laufen anzuarbeiten.
Ein Schmied macht nicht nur diese Dinge, sondern auch noch den Hufschutz mit Eisen, Klebebeschlag etc..

Wie behauptet man sich in einem männerdominierten Arbeitsbereich?
Man hat es nicht so schwer. Gute Arbeit, zufriedene Kunden, pünktlich sein und Zuverlässigkeit sind das Wichtigste. Natürlich auch der liebevolle Umgang mit dem Pferd und dem Besitzer.

Wo hast du Deine Ausbildung gemacht?
Meine Ausbildung habe ich an der BESW Akademie gemacht. Die Prüfung habe ich allerdings woanders gemacht. Ich habe mich von jemandem prüfen lassen, der eine Hufschmiedeausbildung hat und auch Prüfer ist. Zu dem waren eine Tierärztin und ein Schmied anwesend. Ich wollte für mich wissen, ob ich auch dasselbe drauf habe, was ein Schmied kann, denn der lernt 2,5 Jahre und nicht nur 6 Monate. Ich habe erfolgreich bestanden.

Was fasziniert dich an deinem Beruf? Was macht dir besonders Spaß?
Am meisten fasziniert mich, dass man mit wirklich wenig Arbeit und kurzen Abständen die Stellung wieder optimieren kann. 

Auch ängstliche Pferde sind nach kurzer Zeit, bei guter und behutsamer Arbeit entspannter. Das Schönste ist aber, wenn die Kunden mir mitteilen, dass die Pferde nach langer Zeit wieder super laufen.

Gibt es Dinge, die dir nicht so viel Spaß machen?
Keinen Spaß macht es, wenn Pferde unerzogen sind, treten und beißen oder wenn man merkt, dass die Besitzer zu schwach sind und sich nicht bei ihren Pferden durchsetzen können. Eine gute Arbeit kann nur geleistet werden, wenn Mensch und Pferd mitmachen. Das heißt gute Pflege der Hufe zwischen den Terminen und ein Pferd das mitmacht. Ich sehe zum Beispiel., ob Strahlfäule behandelt wurde oder nicht oder ob mit dem Pferd geübt wurde oder eben nicht.

Was sind die besonderen Herausforderungen?
Junge und ängstliche Pferde oder extreme Fehlbearbeitungen wieder hinzubekommen.

Du hast dich auf die Barhufpflege spezialisiert. Warum?
Weil die meisten Barhufpferde und Offenstallpferde von einem Schmied nicht mehr angefahren werden. Beschlag bringt mehr Geld ein und viele Freizeitreiter bleiben auf der Strecke. Ich fahre auch in Ställe wo nur ein oder zwei Pferde auf mich warten.

Welche Kunden kommen zu dir und welche Probleme haben sie am häufigsten?
Kunden deren Pferde nicht in großen Ställen stehen und keinen Hufpfleger finden. Kunden die möchten, dass man sich Zeit für die Pferde und die Bearbeitung nimmt.

Erinnerst du dich noch an einen besonderen Spezialfall, dem du wieder „auf die Hufe“ geholfen hast?
Ja, ein Shetty mit Hufrehe. Dieses hatte dosenförmige Hufe und mochte kaum noch laufen. Nach 4 Bearbeitungen war der Huf auf dem richtigen Weg und das Pony ist wieder über den Paddock galoppiert.

Hast du einen besonderen Expertentipp zur Hufpflege?
Eher ein Appell an alle Selbstraspler: Viele sind wirklich engagiert aber die wenigsten leider talentiert. Das ist nicht böse gemeint. Aber ich bin nicht dafür da, jedes Mal die verraspelten Hufe zu korrigieren. Die Zehe zu kürzen ist eine Sache, aber man merkt garnicht wie schnell man die Hufe falsch bearbeitet. Nicht umsonst ist eine richtige Ausbildung sehr teuer. Es dauert lange, bis man den geschulten Blick hat, es muss sehr viel beachtet werden. Dies lernt man nicht in einem Wochendkurs.

Es dauert lange, bis man den geschulten Blick hat, es muss sehr viel beachtet werden.

Woran erkennt man einen guten Barhufpfleger? Worauf sollte man achten?
Am Umgang mit dem Pferd und wie viel Zeit er sich nimmt. Nach der Behandlung sollte das Pferd besser laufen als davor.

Was sind die größten Hufmythen?
Dass eine Bearbeitung alle 3 Monate reicht. Jedes Pferd braucht eine spezielle, auf das Tier abgestimmte Arbeit. Dass die Hufe nicht so oft bearbeitet werden müssen, wenn man viel ins Gelände geht. Strahlfäule kommt nicht vom Matsch, sondern von einer unsauberen Box.

Wann hat dich der Pferdevirus gepackt und wie kam es dazu?
Schon als kleines Mädchen wollte ich nichts anderes als aufs Pferd. Jede Wendy war meine 🙂

Was gefällt dir am meisten an der Arbeit mit Pferden?
Das draußen sein und zufriedene, schnaubende Pferde.

Wie wirst du Ani und ihre Mustangstute Honey genau unterstützen?
Ani hat mich damals angerufen und gefragt, ob ich die Hufpflege als Sponsoring übernehmen würde. Ich habe keine Minute gezögert und sofort „Ja“ gesagt. Ich stehe ihr immer mit Rat und Tat zur Verfügung.

Wirst Du Ani vor Ort beim MMO unterstützen?
Nein, leider passt es nicht in meinen Zeitplan.

Sind Mustanghufe anders als die Hufe, die du sonst bearbeitest?
Nein sie sind nur länger, also im Moment noch. Ansonsten ist kein Unterschied zu sehen.

Worauf musstest du bei der Bearbeitung von Honeys Hufen besonders achten?
Auf den absolut ruhigen Umgang mit dem Pferd. Honeys Hufe sind sehr flach, die Trachten untergeschoben. Das ist ganz normal, wenn die so lang sind. Wir müssen sie in kurzen Abständen bearbeiten und steiler stellen. Allerdings geht das nur langsam, um die Bänder und Sehnen zu schonen.

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