"Ich verwende keine Nasenriemen, die fest verschnallt werden" – Mira Semelka

Wir von den Haftpflicht Helden (seit 2019 helden.de) freuen uns wahnsinnig beim diesjährigen Mustang Makeover dabei zu sein und nicht nur alle Mustangs zu versichern, sondern auch Pate einer zauberhaften Mustang Stute zu sein, die das Glück hat, in die Obhut der großartigen Mira Semelka zu kommen.

Mira ist nicht nur bei Bernie Zambail, einem der bekanntesten Parelli Trainern, in die Ausbildung gegangen, sondern auch lizensierte Reitlehrerin der École de Légèreté. Um ihr Wissen über Pferde zu vervollständigen, hat Mira zudem eine Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin und Tierheilpraktikerin absolviert und arbeitet seitdem als Dozentin für das Deutsche Institut für Tierpsychologie und Tiernaturheilkunde (DIFT) und studiert nebenberuflich Psychologie an der Fernuniversität Hagen.

Besser hätte es das Mustangstütchen nicht treffen können. Wir wollten Mira gerne noch besser kennenlernen und haben Ihr ein paar Fragen gestellt:

Interview mit Mira Semelka darüber, wie sie zum Mustang Makeover kam, was die École de Légèreté anders macht und über einen fairen Umgang mit Pferden.

Wie bist du zum Mustang Makeover gekommen?
Ich habe mich am letzten Tag vor Bewerbungsschluss sehr spontan beworben. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich ein paar Tage später die positive Rückmeldung erhalten habe.


Was hat dich zur Teilnahme bewegt?
Mehrere Schüler von mir haben mich motiviert an dem Makeover teilzunehmen. Ganz besonders eine. Danke Tatjana.


Hast Du einen Bezug zu Mustangs?
Nicht direkt, allerdings bin ich der Meinung, dass man Pferde so artgerecht wie möglich halten sollte, damit diese körperlich und seelisch möglichst gesund bleiben. Das heißt Haltung im Herdenverband, Offenstall etc. Die Chance, mit einem echten Wildpferd zu arbeiten, ist aus dieser Sicht natürlich ganz besonders spannend und interessant.


Was bedeuten Pferde für Dich?
Mein Leben, meine Passion, meine Berufung, mein “Job”, mein Hobby, meine Leidenschaft aber auch Schönheit, Anmut, Kraft, Natur, Ehrlichkeit, Herausforderung…


Du bist zertifizierte Trainerin der École de Légèrté. Was bedeutet die Légèrté für Dich und warum hast Du diesen Weg gewählt?
Légèreté bedeutet Respekt gegenüber dem Pferd! Das eigene Reiten hinterfragen, an sich arbeiten und individuelle Lösungswege für jedes Pferd zu finden. Sich mit Anatomie, Gleichgewicht und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen auf Basis der Literatur alter Meister.

Die Einstellung und Philosophie wie man mit Pferden zu arbeiten hat, passt super zu meiner Einstellung, die ich durch die Ausbildung im Natural Horsemanship entwickelt habe. Deshalb war und ist die Légèreté die perfekte Ergänzung dazu.


Was macht die EDL anders?
Das ist sehr schwierig in wenigen Sätzen zu beantworten. Ich gebe ein paar Beispiele: die EDL bietet Lösungsansätze für verschiedenste Probleme, Pferdetypen und Rassen.

Wir verwenden keine Nasenriemen, die fest verschnallt werden, keine Art von Hilfszügeln und arbeiten nach einem alternativen Ausbildungsplan. Wir nutzen eine andere Hilfegebung wie zum Beispiel der getrennte Einsatz der Zügel und Schenkelhilfen: “Hand ohne Bein, Bein ohne Hand” oder der Einsatz der Gewichtshilfen, die der Bewegungsrichtung des Pferdes entsprechen und nicht der Biegung.


Was bedeutet Horsemanship für Dich?
Horsemanship ist für mich eher eine Einstellung und Philosophie im täglichen Umgang mit dem Pferd und weniger einzelne Handlungen und Methoden. Das Pferd als Pferd wahrnehmen, auf Basis der Körpersprache mit ihm kommunizieren und den Umgang möglichst logisch und fair gestalten. Wenn Horsemanship erfolgreich sein soll, brauchen wir diese Einstellung und Umsetzung in jedem Moment, den wir mit unserem Pferd verbringen.

Somit ist diese Form mit Pferden zu arbeiten nicht auf einzelne Übungsstunden begrenzt.


Welche Trainer / Ansätze haben Dich inspiriert?
Ganz zu Beginn war es tatsächlich Klaus Ferdinand Hempfling, der mich inspiriert hat und mich dazu veranlasst hat meinen Umgang mit Pferden drastisch zu verändern. Der Ansatz von ihm war so anders als alles was ich bisher aus der konventionellen Pferdewelt kannte.

Das Buch “Mit Pferden Tanzen” hat mich also auf diesen den Weg gebracht. Weiter ging es mit dem Parelli Konzept. Ausgebildet wurde ich durch den Parelli Instruktor Bernie Zambail. Von Bernie durfte ich viel lernen. Durch die Zeit bei ihm in der Schweiz, habe ich die Basis erhalten als Trainer arbeiten zu können.

In den letzten Jahren war es dann vor allem Philippe Karl und die Schule der Légèreté, die mich immer wieder inspiriert und motiviert. Bei ihm habe ich die Ausbildung und Prüfung zur Légèreté-Reitlehrerin absolviert.


Hast du ein Vorbild?
Als Reiter ist es ganz klar Philippe Karl. Vielleicht ist Vorbild nicht ganz das richtige Wort, aber aus reiterlicher Sicht ist es auf jeden Fall Philippe Karl, der mich mit seinem Können und Wissen immer wieder wahnsinnig beeindruckt. 


Wie findet man in unserer schnelllebigen Welt die richtige Energie und Balance für eine harmonische Pferd/Mensch Beziehung?
Ich denke, dass Pferde und eine schöne natürliche Umgebung dabei helfen, die richtige Energie und Balance zu finden. Deshalb sind Pferde und das Reiten ja auch für so viele Menschen ein so guter Ausgleich vom Alltagsstress.

Allerdings gibt es auch Tage und Momente in denen man, weil man extrem genervt oder gestresst ist, nicht mit seinem Pferd arbeiten sollte. In so einem Moment ist es sicher besser, nur die Nähe und Anwesenheit von Pferden zu genießen bis man sich wieder besser fühlt.


Man sagt: Pferde kommen aus einem bestimmten Grund zu uns. Siehst Du das genauso?
Ja, das glaube ich irgendwie schon. Jedes Pferd bringt eine bestimmte Aufgabe mit sich und wenn man offen dafür ist, kann man dadurch viel für sich und sein Leben lernen.


Welches Pferd war oder ist Dein größter Lehrmeister?
Mein erstes eigenes Pferd. Die Oldenburger Stute Daliah, genannt Lotti oder Lieschen.

Sie hat mich mit ihrer sehr speziellen und besonderen Art auf den Horsemanship-Weg geführt und sicher auch mit dafür gesorgt, dass ich auch beruflich angefangen habe, mich mit Pferden zu beschäftigen.


Was bedeutet Vertrauen für Dich?
Auf Pferde bezogen bedeutet Vertrauen für mich fair zu sein und an seinen Emotionen zu arbeiten. Ich denke, ein Pferd kann einem nur Vertrauen schenken, wenn man als Mensch klar, fair, nachvollziehbar, ruhig und liebevoll handelt.


Was bedeutet Verbundenheit für Dich?
Das finde ich schwierig in Worte zu fassen. Verbundenheit ist ja eher ein Gefühl, sowas wie Zuneigung zu einem Lebewesen, egal ob Mensch, Pferd, Hund…

Wenn man intensiven Kontakt zu Tieren hat, entwickelt sich häufig auch zu ihnen ein tiefes Gefühl der Verbundenheit.


Was sind Deine Ziele für das Mustang Makeover?
Ich habe mir zum Glück keine konkreten Ziele gesetzt. Vermutlich würde mich das auch zu sehr unter Druck setzten und das wiederum wäre für ein vertrauensvolles Miteinander eher störend.

Ich freue mich einfach auf neue Erfahrungen und Herausforderungen. Ich möchte eine seriöse und kompetente Pferdeausbildung zeigen und keine spektakuläre Showreiterei.

 

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